„Man mag so alt, so gelehrt, so weise und geschmackvoll sein, als man will – eine Reise nach Italien gibt immer noch dem Geist ein neues Gepräge.“ Der Schriftsteller und Mathematiker Georg Christoph Lichtenberg (1742-99) sprach diesen Satz und immer noch nehmen ihn sich die Deutschen zu Herzen. Italien war 2007 das drittbeliebteste Reiseziel deutscher Urlauber hinter dem zweitpatzierten Spanien und den heimischen Gestaden an erster Stelle.
Damit Sie schon auf der Reise zu Ihrem Urlaubsort Ihren Geist von Italien prägen lassen können, steht bspw. das Auto als Reisemittel zur Verfügung. Allerdings hat die Fahrt durch malerische Landschaften auch Ihren Preis. So wären Sie von Düsseldorf nach Mailand neun Stunden mit dem Auto unterwegs…wenn die Straßen frei sind. Und wenn dies nicht der Fall ist, können auch die schönen Bergpässe und Landschaften Norditaliens schnell öde werden. Schauen wir doch einfach mal, wie Sie schneller ankommen könnten.
Könnte man nicht doch ein Auto nehmen?
Für die 900 km nur eine Stunde Anreise brauchen…das wäre doch ein Traum. Aber welche Möglichkeiten gäbe es denn, diese Zeit einhalten zu können? Beleuchten wir doch einfach mal ein paar gewöhnliche und ungewöhnliche Fortbewegungsarten:
Wenn Sie auf der Straße bleiben wollen, bietet sich der Blue Flame an. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 1000 km/h wäre der schicke Raketenrenner eine Möglichkeit, die schnell genug wäre, um die Strecke in einer Stunde zu knacken. Aber abgesehen vom hohen Preis von 650 000 $ und dem mangelnden Gepäckraum ergeben sich noch weitere Probleme: Der Lenkradius von 402,3 m oder die Tatsache, dass die Bremse ein Fallschirm ist. Und ehrlich gesagt, wenn die Straße voll ist nutzt einem auch die Schallgeschwindigkeit nicht mehr viel.
Nur Fliegen ist schöner…
Was wären Alternativen? Die Reise durch die Lüfte ist natürlich komfortabel, aber welches Flugzeug hat denn nach dem Ende der Concorde noch Schallgeschwindigkeit? Da gäbe es z. B. den ersten in Serie produzierte Düsenjäger, der zwar nicht Überschall flog, aber eine Höchstgeschwindigkeit von 870 km/h aufweisen konnte. Allerdings war dies die Messerschmitt ME262, die 1944 vom Band lief. Selbst wenn Sie eine flugtüchtige Maschine auftreiben, wird Sie damit wohl niemand transportieren. Ebenso erfolglos dürfte es mit aktuellen Jets aussehen, auch wenn diese noch schneller wären und Sie in weniger als 30 Minuten über Mailand mit dem Schleudersitz abspringen könnten.
Im zivilen Sektor wäre natürlich eine Gulfstream V mit einer Höchstgeschwindigkeit von 904 km/h bestens für die Reise geeignet, aber seien wir mal ehrlich, bei einem Preis von 35 000 000 $ können wir diese Möglichkeit wohl auch direkt wieder unter den Tisch fallen lassen, ein Transportmittel für Jedermann ist ein Privatjet dann doch nicht. Selbst ein Charterflug mit dem Learjet dürfte das Budget für den Familienurlaub sprengen.
Aber wie sieht es im Linienverkehr aus? Luxuriös ausgestattet mit DVD-Playern, Bar u. ä. Annehmlichkeiten fliegt der Airbus A380 mit einer Geschwindigkeit von 900 km/h und würde doch damit perfekt in unser Anforderungsprofil passen. Allerdings lohnen sich solche „Kurzstreckenflüge“ für diese Maschine ökonomisch nicht, womit wir hier somit auch nur theoretisch die Möglichkeit hätten, die 900 km in einer Stunde zurückzulegen. Da müssen wir nun wohl ein Stückchen weiter über den Tellerrand schauen.
Richtige Endgeschwindigkeit, aber leider nicht reisefähig
Wenden wir uns den USA zu, wo ein Brüderpaar die Idee der Kartoffelkanone eine Stufe weiter getragen hat. Zu Halloween haben die beiden eine mehrere Meter hohe Kürbiskanone konstruiert, welche die Frucht mit ca. 900 km/h hinausschießt. Allerdings haben wir dabei natürlich das Problem, dass die Geschwindigkeit nicht lange vorhält. In dem Winkel, welchen die Brüder für den Abschuss eingestellt haben, beträgt die Reichweite nur 1,5 km. Und auch wenn wir den Winkel verändern, werden Sie wohl nicht die ganze Strecke so zurücklegen können. Zumal Sie bei niedrigerem Winkel nur gegen die nächste Hausmauer knallen.
Bliebe als letzte Möglichkeit eine sehr umweltfreundliche, aber dafür recht unhygienische: Das Reiten auf einem „Nieserluftstrom“. Denn wenn wir niesen, kann der Luftstrom eine Geschwindigkeit von 900 km/h erreichen und damit hätten wir unsere nötige Reisegeschwindigkeit. Ich sehe Ihre skeptischen Blicke und gebe auch zu, dass die letzten beiden Möglichkeiten schon recht dünn von der Plausibilität her sind, aber zumindest für kurze Zeit wird unsere benötigte Endgeschwindigkeit erreicht und somit ist die Unterbringung in den Artikel noch am Rande der Legitimität.
Fazit
Somit bleibt abschließend festzuhalten, dass es eigentlich keine praktikable Möglichkeit gibt, die gut 900 km zwischen Düsseldorf und Mailand in einer Stunde zurückzulegen. Das Kleingeld für einen Privatjet wird keiner von uns auf der hohen Kante liegen haben und die anderen aufgezeigten Möglichkeiten sind dann doch fernab jeglicher Realität. Somit bleibt Ihnen nur die Möglichkeit der malerischen aber langen Autofahrt oder einer “normal langen” Flugreise. Und so schließe ich mit den Worten Andy Möllers: „Madrid oder Mailand, hauptsache Italien.“