Wenn man sich alte und neue Western anschaut, fällt eines sofort auf: Die Eisenbahn ist allgegenwärtig. Natürlich sind die Helden und Schurken dieser Filme in der Regel mit ihren Pferden unterwegs und zwischendurch sieht man auch immer mal wieder eine Postkutsche (die aber ebenfalls von Pferden gezogen wird), aber die Eisenbahn nimmt oftmals sogar innerhalb der Story zurecht eine große Rolle ein. Dabei ist die Eisenbahn ein Symbol und zwar für die Bezwingung des amerikanischen Kontinents.
Mit 9 629 091 km² hatte man eine gewaltige Fläche zu bebauen. Die hypothetische Strecke von San Francisco nach Washington D.C. führt durch immerhin fünf Zeitzonen. Zudem gab es immer wieder Konflikte mit Indianern und Siedlern beim Bau der Eisenbahnstrecke und nicht immer wurden diese Konflikte gewaltfrei beigelegt. Dennoch wurde die Eisenbahn eine Erfolgsgeschichte, sie brachte die Zivilisation in die Weststaaten und beendete damit zugleich den Wilden Westen, der sich mit der Wende zum 20. Jahrhundert langsam verabschiedete.
Die höchste Gleisausdehnung der Welt
Schon 1916 hatte man eine breite Ausdehnung des Streckennetzes erreicht, die Gleise umfassten 386 160 km und vor allen Dingen in den Ost- und Südstaaten waren die Ortschaften sehr gut angeschlossen. Während des Ersten Weltkrieges stand die US-Eisenbahn unter der Kontrolle von Washington und nach Beendigung des Konflikts sollte der unübersichtlich gewordene Markt der Eisenbahngesellschaften neu strukturiert werden. Jedoch tat sich bis 1929 nichts und die Weltwirtschaftskrise sorgte dann dafür, dass sich die Spreu vom Weizen trennte.
1930 erreichte das Eisenbahnnetz seinen Höhepunkt: 691 681 km betrug die durch die USA führende Gleislänge. Doch es sollte eine letzte Hochzeit der Dampflokomotiven sein. So wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg langsam aber sicher von den Diesellokomotiven abgelöst und auch das Streckennetz verringerte nach kurzer Zeit wieder. Dies lag vor allem an der guten Wirtschaftslage nach dem Krieg und dem Ausbau des Straßenverkehrs. Nur die Bahnnetze der großen Städte wurden noch weiter ausgebaut.
Überholt vom alten Europa
Heute spielt der Schienenverkehr keine große Rolle mehr, für interkontinentale Reisen bietet sich eher das Flugzeug an, es fahren außerdem zu einem großen Teil immer noch die alten Diesellokomotiven der 1950er und -60er Jahre, der Service war in den 1970er und -80er Jahren mehr als grenzwertig und das Streckennetz ist auch ganz stark zusammengeschrumpft, inzwischen beträgt es nur noch 226 427 km. Das längste Streckennetz der Welt, nämlich das der EU, ist ein Stückchen länger, 229 450 km, um genau zu sein. Jedoch ist es das sehr viel besser ausgebaute Netz, die EU hat nur eine Grundfläche von 4 324 782 km², also weniger als die Hälfte der Vereinigten Staaten. Günstige Bahntickets gibt es jetzt von Lidl! Hier gibt es das Lidl Bahnticket
Beruhigen kann die USA aber, dass andere flächenmäßig große Staaten ein Eisenbahnnetz besitzen, dass in Relation noch dürftiger ist, als das der US-Eisenbahn. Die Russen haben bei einer Grundfläche von 17 075 400 km² ein Streckennetz von nur 87 157 km, allerdings ist ein Großteil des Gebietes auch praktisch nicht bewohnt. Genauso dürftig sieht es in China und, das wird die Amerikaner am meisten freuen, in Kanada aus. Beide Staaten sind nur ein wenig größer als die USA, besitzen aber lediglich ein Streckennetz von 77 834 km respektive 46 688 km. In diesem Zusammenhang müssen sich die USA ihres Streckennetzes dann doch schon etwas weniger schämen.
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