In den 1960er Jahren hatten Aérospitale und die British Aircraft Corporation ein französisch-britisches Überschallflugzeugprojekt gestartet. Ab 1962 begann man mit der Entwicklung und weckte schnell das Interesse anderer Luftfahrtgesellschaften. Die Lufthansa orderte 1967 (zwei Jahre vor dem Erstflug des Prototyps) drei Maschinen. Auch andere Gesellschaften hatten Concordes geordert, so dass die Freigabe für das Projekt erfolgte.
Doch es sollte anders kommen, denn die hohen Betriebskosten für Überschallflugzeuge und die Ölkrise der 1970er Jahre ließen die Fluggesellschaften von dem Kauf der Maschinen zurücktreten, so dass letzten Endes nur Air France und British Airways ihre Optionen auf die georderten Maschinen zogen. Zudem verbot die US-Bundesluftfahrtbehörde 1973 das amerikanische Hoheitsgebiet mit Überschallflugzeugen zu überfliegen.
Die ganze Welt als Ziel…
Die Concorde ließ sich aber von diesen Rückschlägen nicht aufhalten und nahm 1976 den Linienbetrieb auf. Und während man zu Beginn der Einsatzzeit neben Singapur und Rio de Janeiro auch andere weltweite Ziele anflog, änderte sich dies schon Anfang der 1980er Jahre. Längere Non-Stop-Flüge wurden nämlich von der mit 6000 km zu geringen Reichweite der Concorde blockiert und viele Flughäfen ließen das Überschallflugzeug wegen des Lärms seiner Düsen nicht landen.In Deutschland gab es zu Beginn der 1980er Jahre auch Charterflüge mit der Concorde. So startete man von den Flughäfen Hannover und Köln/Bonn, später auch aus Berlin-Tegel, Hamburg, München oder Frankfurt am Main. Lange hielten sich diese Flüge aber nicht und später wurde Deutschland nur noch zu speziellen Anlässen und Veranstaltungen angeflogen.
…doch am Ende bleibt es bei New York
Somit kristallisierte sich die Route Paris bzw. London – New York heraus, welche die nur bis 1979 gebauten Maschinen nun zweimal täglich flogen. Andere Flughäfen wurden nur noch im Rahmen von privaten Chartern angeflogen und die Concorde wurde zum Linienflug der Reichen und Schönen. Dennoch schafften es British Airways und Air France zwischendurch immer wieder Gewinn mit ihren Flügen zu machen.
Zudem stellte die Concorde einige Rekorde auf:
- 1974 ließ man aus Boston eine Concorde nach Paris starten und zeitgleich eine 747 aus Paris nach Boston. Die Concorde flog nach Paris, tankte dort 68 Minuten lang wieder auf und flog nach Boston zurück. Sie traf 10 Minuten vor der 747 ein.
- 31 Stunden, 27 Minuten und 29 Sekunden. Mit dieser Zeit hält das französisch-britische Überschallflugzeug bis heute den Rekord für die schnellste Weltumrundung. Zwischenstopps wurden in Toulouse, Dubai, Bangkok, Guam, Honolulu und Acapulco eingelegt. Und obwohl man weniger als 48 Stunden unterwegs war, konnten die Fluggäste zwei Sonnenauf- und Untergänge erleben.
- Auch der Rekord für die schnellste Atlantiküberquerung wurde 1996 von einer Concorde aufgestellt. Mit 2 Stunden, 52 Minuten und 59 Sekunden erreichte man London von New York aus.
Das Überschallflugzeug musste auch immer wieder für spektakuläre Sonderaktionen herhalten. So konnte man sowohl 1973 als auch 1999 eine besonders lange Sonnenfinsternis erleben, weil die Concorde mit dem Mondschatten mitflog. Auch an Silvester gab es immer wieder Spezialflüge, so konnte man zuerst in Paris und ein paar Stunden später in New York den Jahresbeginn feiern.
24 Jahre unfallfrei, dann die Katastrophe und das Ende
Der schwere und praktisch einzige Unfall einer Concorde am 25. Juli 2000 mit 113 Toten beendete die Ära des Luxusfliegers. Die Flugerlaubnis wurde zunächst entzogen und es mussten einige Modifikationen an den über 21 Jahre alten Maschinen durchgeführt werden, bevor wieder eine Flugerlaubnis erteilt wurde. Lange hielt die französisch-britische Koproduktion sich aber nicht mehr am Himmel, aus Kostengründen stellte man den Flugverkehr Ende 2003 ein. Wie beliebt die Concorde bei einigen Menschen war, lässt sich allerdings an den Ticketpreisen der letzten Flüge London – New York – London ablesen: 11 400 Euro waren die Fluggäste bereit zu bezahlen, um ein letztes Mal mit Mach 2 den Atlantik zu überqueren, ein Vergnügen, welches sich außerhalb des Linienverkehrs nur Besitzer von Privatjets leisten können.
Die verbliebenen Maschinen stehen in verschiedenen Luftfahrtmuseen oder wurden so demontiert, dass sie nicht mehr flugfähig sind. Dabei versteigerte man auch Teile des Interieurs und erreichte z. T. recht wahnwitzige Preise. So bezahlte ein Sammler 80 000 Euro für die Leuchtanzeige, welche die Passagiere darauf hinwies, dass das Flugzeug nun die zweifache Schallgeschwindigkeit erreicht hatte.
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